Unser Fuchs für Deutschland! Dr. Michael Fuchs
Unser Fuchs für Deutschland! Dr. Michael Fuchs
Logo der CDU

Lärmschutz im Mittelrheintal

Quelle: www.bahn.de

40 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes hat die DB in den vergangenen Jahren für Lärmsanierungsmaßnahmen im Mittelrheintal investiert. 11,5 Kilometer Schallschutzwände und passiver Schallschutz in rund 8.000 Wohnungen haben die Anwohner spürbar entlastet.

Auf einer Strecke von rund 65 km schlängelt sich der Rhein zwischen Bingen und Koblenz durch eine einzigartige Landschaft. An kaum einer anderen Stelle Europas findet sich auf so engem Raum eine solche Vielfalt an Kulturstätten und so viele schützenswerte Pflanzen- und Tierarten wie im Oberen Mittelrheintal, das seit 2002 zum UNESCO-Welterbe zählt. Gleichzeitig gilt die Rheinregion aber auch als eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Deutschland und Europa – nicht nur für die Schifffahrt. Täglich rollen neben zahlreichen Personenzügen auch hunderte von Güterzügen durch das Mittelrheintal. Für die Anwohner ist damit eine erhebliche Lärmbelastung verbunden.

Die Deutsche Bahn nimmt dies ernst. Rund 40 Millionen Euro Bundesmittel hat sie in den vergangenen Jahren im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms bereits investiert, um die einzigartige Landschaft und ihre Anwohner nachhaltig zu schützen. Auf der Strecke zwischen Koblenz und Bingen wurden an den beiden Strecken links und rechts des Rheins bisher insgesamt 11,5 Kilometer Schallschutzwände gebaut und rund 8.000 Wohnungen mit Schallschutzfenstern oder anderen Maßnahmen zum Lärmschutz, wie beispielsweise Schalldämmlüfter oder spezielle Dachisolierungen ausgestattet. Im Jahr 2011 kommen weitere 1,2 Kilometer Schallschutzwände dazu.

 

Wo genau Lärmsanierungsmaßnahmen im Mittelrheintal durchgeführt wurden, können Sie hier der interaktiven Übersichtskarte der Deutschen Bahn entnehmen.

 

DB setzt Lärmsanierungsprogramm konsequent um

1999 wurde das freiwillige Lärmsanierungsprogramm durch die Bundesregierung ins Leben gerufen, um auch im bestehenden Schienennetz die Lärmbelastung zu vermindern. Die Deutsche Bahn-Tochter DB Netz wurde mit der Umsetzung des Programms beauftragt. Zunächst standen hierfür umgerechnet rund 51 Millionen Euro pro Jahr bereit, später wurde die Summe auf 75 Millionen Euro erhöht, aktuell stellt der Bund hierfür 100 Millionen pro Jahr zur Verfügung. Mit Hilfe des Lärmbelastungskatasters der Deutschen Bahn wurden besonders belastete Ortsdurchfahrten identifiziert, die mit erster Priorität im Rahmen einer sogenannten Dringlichkeitsliste angegangen wurden. 2005 legten Bundesverkehrsministerium und DB eine Gesamtkonzeption vor, die die Dringlichkeitsliste ersetzte. Es umfasst insgesamt eine Strecke von 3.400 Kilometern  – das entspricht etwa zehn Prozent des deutschen Schienennetzes - und 1.375 Kommunen.

 

Mittelrheintal - ganz oben auf der Prioritätenliste

Das Mittelrheintal mit seinen häufig besonders engen Ortsdurchfahrten wurde von Anfang an ganz oben auf die Dringlichkeitsliste gesetzt. Ansonsten gilt generell: Je höher die Belastung an der Strecke und je mehr Anwohner betroffen sind, desto eher wird die Sanierung in Angriff genommen.

Wie in allen anderen Fällen mussten Gutachter auch im Mittelrheintal zunächst die örtliche Situation erfassen und ein individuelles Maßnahmenpaket entwickeln. Wo Schallschutzwände errichtet werden sollten, war in der Regel ein Plangenehmigungsverfahren mit vorheriger Beteiligung von Anwohnern und Behörden durchzuführen. Dem Einbau von Schallschutzfenstern und ähnlichen Maßnahmen gingen Absprachen in jedem Einzelfall voraus. Die Förderrichtlinie des Bundes enthält dazu exakt einzuhaltende Voraussetzungen für die Durchführung und Finanzierung von Lärmsanierungsmaßnahmen. So haben etwa Gebäude, die erst nach dem 1. April 1974 errichtet wurden, keinen Anspruch auf Lärmsanierung, weil der Gesetzgeber ab dem Inkrafttreten des Bundesimmissionsschutzgesetzes die Verantwortung für den Lärmschutz dem Bauherren zugeordnet hat.

Der Einbau von Schallschutzfenstern ist freiwillig und erfordert von den Hauseigentümern eine Eigenbeteiligung in Höhe von 25 % der Kosten, da die neuen Fenster nicht nur vor Lärm schützen sondern auch eine deutlich bessere Wärmedämmung und damit Kostenersparnis zur Folge haben. Nicht alle Anspruchsberechtigten haben jedoch von der Möglichkeit des Einbaus Gebrauch gemacht.

 

Mittelungspegel um bis zu 15 dB(A) vermindert

Lärmsanierung zielt darauf ab, Wohn- und vor allem Schlafräume deutlich leiser zu machen und bedient sich dabei der in der Förderrichtlinie genannten Zielwerte.

 In die Emissionsberechnung gehen Länge, Gewicht, Geschwindigkeit, Typ der Bremsbeläge und auch die Art der Wagen ein.  Es werden, vereinfacht gesagt, alle Zugfahrten für einen bestimmten Tageszeitraum zusammengezogen und auf die Belastung in der Entfernung von 25 Meter vom Gleis umgerechnet. Die nach der Lärmsanierung einzuhaltenden Zielwerte liegen bei 60 dB(A) in der Nacht und 70 dB(A) am Tag – jeweils an der Gebäudefassade (Immissionen). Im Inneren der Schlafräume liegt der Wert bei geschlossenem Fenster dann nachts bei etwa 40 dB (A). Vor der Lärmsanierung lag der Mittelungspegel in einigen Fällen um 15 dB(A) höher. Zum Vergleich: eine Minderung um 10 dB(A) entspricht einer Halbierung des empfundenen Lärms.

 

Innovativer Einsatz für mehr Lärmschutz im Mittelrheintal

Der Schienenverkehrslärm im Rheintal ist aber noch weiter zu vermindern. Die DB hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Einsatz lärmmindernder Technologien an Fahrzeugen und am Fahrweg voran zu bringen. Denn am effektivsten ist es, die Entstehung von Lärm gleich an der Quelle zu verhindern, wie beispielsweise durch den Einbau der Verbundstoffbremssohle in Güterwagen. Die „Flüsterbremse verhindert das Aufrauen der Räder und halbiert das Rollgeräusch der Züge. So kann eine Lärmminderung auf dem gesamten Netz der Bahn wirksam werden und nicht nur lokal begrenzt wirken, wie beim Bau von Schallschutzwänden und –fenstern.

Darüber hinaus erprobt die DB im Rahmen des Konjunkturprogramms innovative Technologien im Lärm- und Erschütterungsschutz. Erste Maßnahmen konnten im Mittelrheintal erfolgreich umgesetzt werden. Unter anderem wurden in den Bereichen Bingen, Oberwesel, St. Goar, Kaub und St. Goarshausen rund 22 Streckenkilometer mit Schienenstegdämpfern ausgestattet. Schienenstegdämpfer können den Lärm um bis zu drei dB(A) senken. Zusätzlich wird die DB im Mittelrheintal niedrige Schallschutzwände erproben. Im Raum Koblenz wurde Anfang 2010 auf der Lahnsteinbrücke eine Fahrbahntechnik mit elastischen Schienenbefestigungen eingebaut. Damit soll eine Übertragung der Schwingungen auf den Brückenunterbau vermindert und so das Dröhnen der Lahnsteinbrücke reduziert werden.

 

Mehr Informationen zu den umfassenden Lärmschutzmaßnahmen der DB finden Sie hier auf der Seite der Deutschen Bahn.