Unser Fuchs für Deutschland! Dr. Michael Fuchs
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18. September 2017

Mein Interview zum Verkauf von Air Berlin

Allgemeine Nachrichten | 
auf dem Deutschlandfunk vom 15.09.2017


Verkauf von Air Berlin - "Die Politik hat sich rauszuhalten"

Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs hat sich verärgert über Stellungnahmen der Politik zur Zukunft der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin gezeigt. Sowohl das Wirtschafts- als auch das Verkehrsministerium hätten sich nicht klug verhalten, kritisierte Fuchs im Dlf.

 

Michael Fuchs im Gespräch mit Dirk-Oliver Heckmann

 

 

 

Dirk-Oliver Heckmann: Wie geht es weiter mit Air Berlin? Vor vier Wochen hat die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ja Insolvenzantrag gestellt. Der Flugbetrieb, der ging zunächst weiter, auch wenn er massiv behindert wurde durch die zahlreichen Krankmeldungen von Dutzenden Piloten in den vergangenen Tagen. Eine Aktion, die nicht gerade hilfreich war bei dem Bemühen, einen oder mehrere Käufer für das Unternehmen zu finden – so die einhellige Meinung. Heute nämlich läuft die Frist aus, bis zu der Interessenten ihre Angebote abgeben können.

Am Telefon ist jetzt Michael Fuchs von der CDU. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion, Wirtschaftsexperte dort. Schönen guten Morgen, Herr Fuchs.

Michael Fuchs: Guten Morgen, Herr Heckmann.

Heckmann: Herr Fuchs, worum geht es jetzt in erster Linie? Kommt es vor allem darauf an, dass möglichst viele Jobs gerettet werden? Ist es das?

Fuchs: Wir wollen natürlich, dass diese 8.000 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Wir wollen aber auch, dass es einen zweiten Carrier in Deutschland gibt, dass der Wettbewerb erhalten bleibt.

Durch Air Berlin sind die Flugpreise in Deutschland deutlich gesunken. Das ist positiv für alle Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen. Ich denke, das muss unbedingt erhalten bleiben. Das heißt, bei diesem Insolvenzverfahren muss darauf geachtet werden, dass es nicht zu Monopolstellungen einzelner Carrier kommen kann. Das ist unbedingt wichtig und das muss diskutiert werden mit dem Insolvenzverwalter. Aber ich nehme an, der Insolvenzverwalter weiß natürlich auch, dass sowohl das Kartellamt als auch die Generaldirektion Wettbewerb, also Frau Vestager in Brüssel, ganz sicher sehr genau hingucken werden, wie die neue Struktur aussieht.

Heckmann: Das heißt, Ihre Warnung ist ganz klar, Air Berlin als Ganzes zu verkaufen, das schafft Probleme?

Fuchs: Das kann durchaus schwierig sein, wenn es beispielsweise, ich sage mal, die Lufthansa wäre, denn damit wäre natürlich der Wettbewerber aus dem Markt rausgekauft. Das darf und wird wohl nicht passieren, wird auch sicherlich nicht kartellrechtlich genehmigt. Ich nehme an, die Lufthansa hat gar kein Interesse daran.

Es wäre natürlich möglich, wenn es ein Einzelinvestor ist, der bis heute nicht im Luftverkehr tätig ist. Ich sage jetzt mal, Herr Wöhrl oder Herr Claassen oder wer auch immer, Herr Lauda, wenn das diese Investoren wären, das könnte wahrscheinlich so gehen, dass das ganze Unternehmen en bloc gekauft wird. Aber es gibt ja Schwierigkeiten bei Air Berlin und ich nehme an, dass die auch Interesse haben, nicht unbedingt alles auf einmal zu kaufen.

"Die Lufthansa wird sicherlich nicht den ganzen Braten kaufen können"

Heckmann: Das heißt, Sie gehen davon aus, dass sich die Lufthansa dann doch ein gutes Stück von Air Berlin unter den Nagel reißen wird können?

Fuchs: Das kann man so nicht sagen. Ich meine, es hängt natürlich im Prinzip auch von den Preisen ab, denn der Insolvenzverwalter hat ja in allererster Linie die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass möglichst viel Geld hereinkommt, damit die Gläubiger befriedigt werden können. Das ist nun mal die zentrale Aufgabe des Insolvenzverwalters. Das sind unterschiedliche Interessenlagen, logischerweise. Die Lufthansa wird sicherlich nicht den ganzen Braten kaufen können, weil es unmöglich ist, so einen großen Block mit der Lufthansa zu integrieren, denn das würde ganz sicher wettbewerbliche Probleme schaffen.

 

 


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