Unser Fuchs für Deutschland! Dr. Michael Fuchs
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17. Februar 2017

Mein Beitrag zum Thema "Unternehmen und Entwicklungspolitik in Afrika"

Allgemeine Nachrichten | 
aus dem Sammelband "Deutschlands neue Verantwortung"


Unternehmen als strategische Partner der Entwicklungspolitik in Afrika

Seit dem Beginn der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 werden enorme Erwartungen an die deutsche Entwicklungspolitik formuliert. Sie soll fragile Staaten stabilisieren, den internationalen Terrorismus eindämmen, illegale Migration verhindern, Staaten widerstandsfähiger machen gegenüber wirtschaftlichen Schocks und Naturkatastrophen und nicht zuletzt Arbeitsplätze für Millionen von jungen Erwachsenen in Afrika und im Nahen Osten schaffen. 

Es ist völlig klar, dass die Ressourcen der Entwicklungspolitik in Deutschland und Eu­ropa selbst für einen Bruchteil der geschilderten Aufgaben nicht ausreichen würden. Umso wich­tiger ist die Frage: Wer können mögliche Partner sein? Und hier fällt der Blick richtigerweise auf private Investoren und private Unternehmen. 

Mithilfe privatwirtschaftlichen Engagements kann es gelingen, Afrika als dem zweit- größten Kontinent der Erde nachhaltiges Wachstum zu sichern.

Dr. Michael Fuchs

 

Ich setze darauf, dass sich afrikanische Länder, ähnlich wie viele asiatische Länder in den 60er- und 70er-Jahren, schrittweise industrialisieren und ihren Platz in regionalen und globalen Wertschöpfungsketten finden. Privatwirtschaftliches Enga­gement kann die nötigen Ressourcen liefern. 

Den Weg der Industrialisierung Afrikas unterstützen

Diesen Weg der Industrialisierung Afrikas kann und soll Europa unterstützen: durch die Flankierung ausländischer Direktinvestitionen in Afrika über die klassischen Instrumente der Außenwirtschaftspolitik, durch Beteiligung an den Kosten einer modernen Verkehrs- und Energieinfrastruktur, durch Unterstützung bei der Schaffung regionaler Märkte, durch Wissenstransfer und durch Stärkung des Außenhandels. Entwicklungspolitik darf sich nicht beirren lassen von kapi­talismuskritischen Stimmen, die Afrika eher als Selbstversorger denn als Mitspieler in der Weltwirtschaft sehen. Wer afrikanischen Ländern die Wachs­tums­chancen industrieller Produktion und interna­tio­naler Arbeitsteilung verwehrt, erweist dem Kontinent einen Bärendienst. Deutschland kann in einer Industrialisierungsstrategie viel bieten, vom Maschinenbau über Fahrzeugbau, Medizintechnik und chemische Industrie bis hin zu Handelslogistik und hochwertigen Ingenieurdienstleistungen. Aber mindestens ebenso wichtig wie die Produktpalette ist das Ausbildungssystem, das deutsche Unternehmen mitbringen. Denn Bildung und Ausbildung werden neben der Verkehrs- und Energieinfrastruktur zen­trale Faktoren für den Erfolg afrikanischer Industria­lisierung sein.

In jeder Region gibt es verantwortliche Regierungen, die sich für vertiefte Partnerschaften eignen und zu Stabi­litäts­ankern auch für die angrenzenden ­Länder werden können. Die deutsche und europäische Entwicklungspolitik sollte sich dazu durchringen, stärker als bisher hier ­Mittel zu bündeln.

Dr. Michael Fuchs

 

Wo es staatlichen Verwaltungen an Rückhalt in der eigenen Bevölkerung fehlt, wo Korruption und Günstlingswirtschaft blühen, werden private Unternehmen nicht langfristig investieren. Aber in jeder Region gibt es verantwortliche Regierungen, die sich für vertiefte Partnerschaften eignen und zu Stabilitätsankern auch für die angrenzenden Länder werden können. Die deutsche und europäische Entwicklungspolitik sollte sich dazu durchringen stärker als bisher hier Mittel zu bündeln.

Mehr Mut und Offenheit in der Entwicklungspolitik

Welche Unternehmen in welchen Regionen mit welchen Produkten Erfolg haben werden, lässt sich a priori nicht sagen. Wir kennen nicht die Innovationen und unternehmerischen Entscheidungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Dies bedeutet für Entwicklungspolitik, die auf die ­ Pri­vatwirtschaft setzt: An die Stelle von überschau­­baren Programmen mit messbaren quantitati­- ven ­Zielen treten komplexere Suchprozesse. Mut und Offenheit werden benötigt, nicht nur in der Unternehmerschaft, sondern auch in der Ent­wick­lungspolitik. Irrtümer sind erlaubt. Man muss nur schnell aus ihnen lernen, und zwar gemeinsam mit den Akteuren vor Ort.