Unser Fuchs für Deutschland! Dr. Michael Fuchs
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30. Juni 2009

Niclas Biener, Schnupperwoche im Deutschen Bundestag

Mit ein bisschen Ungewissheit und etwas aufgeregt stand ich nun inmitten des imposanten Paul-Löbe-Hauses und wartete darauf, dass mich Frau Stüben, die wissenschaftliche Mitarbeiterin und Büroleiterin von Herrn Dr. Fuchs, abholt. Im Gegensatz zu meinen Vorgängern unterscheide ich mich zum einen im Alter und zum anderen in der Dauer des Praktikums. Ich habe nämlich ein Studium noch vor mir und besuche die zwölfte Klasse des Gymnasiums in St. Goarshausen.

Auch der Zeitraum ist eigentlich eher ungewöhnlich. Es handelt sich nämlich bei mir nur um eine Woche, die ich im Herzen der Macht zubringe. Dennoch erhoffte ich mir von meiner "Schnupperwoche" interessante Einblicke in das Arbeiten eines Abgeordneten und dessen Büros.

Und tatsächlich, direkt nach der freundlichen Begrüßung wurde ich in das Büro geführt. Dort erwartete mich auch schon Frau Steger, die zweite wissenschaftliche Mitarbeiterin. Ich bemerkte umgehend die herzliche Atmosphäre, die das Arbeiten im Büro sehr erleichtern sollte. Es folgte eine Einweisung in die Räumlichkeiten und die Handhabung der technischen Geräte, allen voran des Computers, denn ein großer Teil der Aufgaben eines Praktikanten ist die Betreuung der Website von Dr. Michael Fuchs. Viele Artikel müssen verfasst, andere aktualisiert oder gelöscht werden. Neben der Gestaltung der Website fielen auch viele organisatorische Angelegenheiten, wie das mehrmals am Tag anfallende Holen und Sortieren der Post oder die Betreuung von Gästen an. Betrachtet man sich dem Umfang, den allein die Post jeden Tag einnimmt, wird einem schnell klar, dass ein Abgeordneter auf seine Angestellten angewiesen ist und den Aufwand alleine niemals bewältigen könnte.

Neben seiner täglichen Arbeit in Berlin ist Herr Dr. Fuchs auch noch Abgeordneter seiner Region Koblenz. Bürgerfragen, vor allem aus seinem Wahlkreis, nimmt er außerordentlich ernst. Doch aus Zeitmangel schafft Herr Dr. Fuchs es nicht, alle Anfragen persönlich zu beantworten, so dass, nach vorheriger Rücksprache, diese Aufgabe häufig den Angestellten zu Teil wird.

Ebenso schafft es Herr. Dr. Fuchs nicht, jeden Termin, der per Einladung im Büro eintrifft, wahrzunehmen. Die Absagen müssen am nächsten Morgen per Fax durchgegeben werden.

Obwohl meine Praktikumswoche keine Sitzungswoche war, verlief die Zeit für Herrn Dr. Fuchs sehr stressig. Ein Termin jagte den nächsten und ich bekam die Möglichkeit, ihn bei einigen dabei zu begleiten. So schaute ich bei einem Fernsehinterview und bei einer Diskussionsrunde mit einer Gruppe aus dem heimischen Wahlkreis zu und bekam einen Einblick, was Politik hautnah bedeutet.

Ein weiteres Highlight der Woche waren die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Bundeswehr. Schon alleine der organisatorische Aufwand, der betrieben wurde, um einen gesicherten Ablauf der Festlichkeiten zu gewährleisten, war sehenswert. Trotz Bundestagsausweis war es aber leider nicht möglich, am Großen Zapfenstreich vor dem Bundestag teilzunehmen.

Mein Tag begann morgens um 9 Uhr. Zunächst wurden die Aufgaben des Tages mit Frau Stüben besprochen und dann ging es auch schon los. Post holen, vorbereiten, Absagen wegschicken und Artikel schreiben waren die Schwerpunkte des Vormittags. Um die Mittagszeit wurde in der Kantine des Jakob-Kaiser-Hauses gegessen, um danach wieder ins Büro zurück zu kehren. Wenn nachmittags kein außerordentlicher Termin anstand, wurden Artikel für die Homepage vorbereitet, recherchiert und in die Website eingearbeitet. Gegen 17 Uhr war dann Feierabend und man konnte den Rest des Tages Berlin auf eigene Faust erkunden.

Nach Ende der Woche fällt es mir auf jeden Fall leichter, praktische Politik zu verstehen. Und ich weiß, dass es nichts mit Faulheit zu tun hat, wenn die Kamera mal wieder über leere Sitze im Plenum schwenkt, sondern dass alle Termine so knapp bemessen sind, dass man als Abgeordneter Produktiveres machen kann, als sich eine Fragestunde zu einem Thema anzuhören, das gar nicht ins eigene Ressort fällt. Ich denke, dass jeder, der an Politik interessiert ist oder Hintergründe politischen Handelns verstehen möchte, sich um ein Praktikum bewerben sollte, da es eine gute Möglichkeit ist, Politik da zu beobachten, wo sie gemacht wird. Näher geht�s nicht. Ich denke, dass es gerade für junge Menschen wichtig ist, Politik auf diesem Wege zu begreifen. Jeder der die Möglichkeit hat, die Chance eines Praktikums wahrzunehmen, sollte diese auch nutzen. Es macht Spaß und ist sehr informativ.

Berlin, den 28.10.2005

Niclas Biener


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