Unser Fuchs für Deutschland! Dr. Michael Fuchs
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27. Juni 2009

Clemens Kress, Der Puls der Politik

Der Bund, die Länder und die Europäische Union sollten endlich den Satz von Montesquieu beherzigen: "Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu erlassen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu erlassen.� Kaum hatte Herr Köhler das letzte Wort seiner Rede ausformuliert, sind schon die ersten Kommentare von Politikerinnen und Politikern auf der Spiegel-Online Seite zu lesen. Es sind Brisanz und Schnelligkeit der Politik, die mich am meisten in meiner Praktikumszeit fasziniert haben. Doch ich möchte von dem Anfang meines Praktikums berichten.

Wo komme ich in Berlin unter? Da meine Schwester in Berlin wohnt, ist diese Frage schnell geklärt - Berlin ich komme! Mit Vorfreude und ein wenig Aufregung stehe ich vor dem Eingang des Paul-Löbe-Hauses. Hier werde ich von Frau Stüben, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin von Herrn Fuchs, in Empfang genommen. Um den Bundestag betreten zu können, werde ich zuerst von dem Sicherheitspersonal überprüft und bekomme einen Praktikantenausweis. Erst jetzt fällt mir die enorme Größe der Gebäude auf. Es ist erstaunlich, wie viel Raum vorhanden ist, der eigentlich nicht genutzt bzw. nur gepflegt werden muss. Ein Praktiker hätte wohl kaum Verständnis für diese Bauweise, die Raum lässt, wo ein Büro vielleicht noch geeigneter wäre.

Nach der Begrüßung im Büro mit Herrn Fuchs und den Büromitarbeiterinnen werden alle weiteren Abläufe besprochen: So gibt Herr Fuchs mir die Möglichkeit, ihn zu allen zukünftigen Terminen, an denen er teilnimmt, zu begleiten. Zwischen den Terminen von Herrn Fuchs konnte ich die Büroarbeit verfolgen. Diese Zeit der Büroarbeit wurde noch durch das Praktikantenprogramm der CDU/CSU Fraktion weiter verkürzt.

 

Die Termine, an denen ich mit Herrn Fuchs zusammen teilnehme, sind für mich besonders interessant. Ich habe ihn schon zuvor in Koblenz kennen gelernt und konnte jetzt seine Arbeitswelt und Welt der Politik erleben. Ich durfte Herrn Fuchs zum Beispiel in meiner Praktikantenzeit begleiten, als ihm der Economic Leadership Award überreicht wurde. Ebenso war es mir möglich, mich mit dem regulären Ablauf eines Bundestagabgeordneten vertraut zu machen. Einem Stundenplan in der Schule gleich zu setzen, ist der reguläre Ablauf, doch die "freiwilligen Weiterbildung" eines Abgeordneten ist in diesem Stundenplan nach außen hin kaum sichtbar. Generell wohnen Bundestagsabgeordnete in den Sitzungswochen in Berlin, in den sitzungsfreien Wochen in ihrem Walkreis, in dem sie oder er gewählt wurde. Die Sitzungswoche, im Schnitt jede zweite Kalenderwoche, beginnt am Montag mit einem Treffen der Landesgruppe. Ausgenommen dieses Treffen durfte ich Herrn Fuchs zu allen weiteren �Stunden seines Stundenplans� begleiten. Jeden Dienstag habe ich ihn zu der AG Wirtschaft und Arbeit begleitet und am darauf folgenden Tag zum Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit, wo natürlich dadurch, daß alle Parteien vertreten sind, ein rauerer Wind wehte. Zu den aktuellen Ereignisse meiner Praktikumszeit wie z.B. dem Aufwind des Bürokratieabbaus, sowie der Versuch der Umsetzung des Antidiskriminierungsgesetz durch die Regierung und der �Visa Affäre� brauchte ich, wenn ich am Abend nach Hause kam, nicht mehr die Nachrichten einzuschalten. Alle Neuigkeiten habe ich schon am Tag live erlebt oder erfahren.

Ohne einen elektronischen Organizer wäre die Planung des Tagesablaufs von Herrn Fuchs wohl kaum möglich. Termine von 8.00 bis 22.30 keine Seltenheit. Termine in Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Russland und Koblenz. Alles dies will koordiniert sein. Um auf Planänderungen und Verschiebungen eingehen zu können, muss schnell gehandelt werden. Daher wirkt der Büroalltag doch sehr rasant neben den Anträgen, kleinen und großen Anfragen, der Vorbereitung von Themen für Herrn Fuchs kommt schon manchmal die Verlegenheit zu wünschen, das Telefon klingelt die nächste halbe Stunde nicht mehr.

In meiner Praktikumszeit sind viele Praktikanten im Bundestag, mit denen es Spaß macht, sich auszutauschen. Von ihnen zu erfahren, wie die Arbeitsabläufe in ihren Büros sind und welche Themen-Schwerpunkte es bei ihnen gibt, fördert mein Allgemeinverständnis und gibt eine Gruppendynamik bei uns Praktikanten. Die vielfältigen kulturellen und politischen Angebote durch das Praktikantenprogramm geben mir Denkanstöße und lassen mich Dinge auch aus einer anderen Sichtweise sehen. So war es Teil von dem Programm, die wichtigen Gebäude wie Reichstag, Paul-Löbe-Haus, Jakob-Kaiser-Haus, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Wilhelmstrasse und weitere zu besuchen, sowie die Möglichkeit, an Gruppengesprächen mit den politischen Führungsspitzen der CDU/CSU-Fraktion teilzunehmen. Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der Gedenkstätten Normannenstrasse sowie Berlin Hohenschönhausen. Diese Besuche zeigten, dass gerade solche dunkeln Seiten Deutschlands nicht in Vergessenheit geraten dürfen.

Nach diesem Praktikum fällt es mir leichter, die Vorgehensweise der Politik zu verstehen. Nicht nur Politikstudenten, sondern jeder, der Interesse daran hat zu verstehen wie Gesetze, nach denen wir leben, entstehen, sollte ein solches Praktikum machen. Ich halte es für sehr wichtig und spannend, eben diesen Puls der Politik einmal gefühlt zu haben, um sich ein richtiges Bild unserer Demokratie in Deutschland machen zu können. Ich bin mir sicher, dass man Spaß haben kann, und wünsche jedem, der eine solche Möglichkeit wahrnehmen kann, diese auch zu nutzen.


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