Unser Fuchs für Deutschland! Dr. Michael Fuchs
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12. Juli 2009

Christopher Wolf

Zugegeben, eine gewisse Nervosität zu Beginn des ersten Tages lässt sich nicht leugnen. Zunächst einmal ist es nämlich so, dass sich auf dem Weg ins Paul-Löbe-Haus, dort befindet sich das Büro von Herrn Dr. Fuchs, das gesamte Regierungsviertel vor einem erstreckt. In unmittelbarer Sichtweite liegen das Kanzleramt und der Reichstag, außerdem ist die riesige Glasfront des zukünftigen Arbeitsplatzes auch nicht minder beeindruckend. Insgesamt überwog jedoch die Neugierde und auch die letzte Anspannung war verflogen, nachdem ich schon vor Betreten des Hauses einige andere Praktikantinnen und Praktikanten kennenlernte, die ebenfalls am Eingang des Paul-Löbe-Hauses warteten. Zudem wurde ich von Sabine und Ulla, den beiden Mitarbeiterinnen von Herrn Fuchs, überaus freundlich empfangen und mir schon nach kurzer Zeit das „Du“ angeboten.

Zu Beginn wurde ich mit dem Wochenablauf vertraut gemacht, welcher durchaus einem gewissen Muster folgt und genau organisiert ist. Doch sollte ich bald noch selbst erfahren, dass es einen großen Unterschied macht, ob es sich um eine Sitzungswoche, in der Herr Fuchs seiner Arbeit natürlich in Berlin nachgeht, oder um eine sitzungsfreie Woche handelt, in welcher er sich grundsätzlich im Wahlkreis befindet. Ist so eine sitzungsfreie Woche noch relativ „entspannt“, kann es während der Zeit, in der Plenardebatten im Bundestag stattfinden, schon einmal etwas turbulenter zugehen. An dieser Stelle sollte ich vielleicht darauf hinweisen, dass ein sich leider in Verbindung mit Bildern von leeren Stuhlreihen immer noch sehr hartnäckig haltendes Vorurteil, Abgeordnete würden zu wenig für ihre Wähler tun, in keinster Weise der Wahrheit entspricht. Herr Fuchs ist ein sehr fleißiger und gewissenhafter Mensch, dem die Interessen seines Wahlkreises ehrlich am Herzen liegen. Dies kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Arbeitstage von 7 Uhr bis 23 Uhr sind für ihn keine Seltenheit, schon am Mittwochabend ist die 35-Stunden-Woche überschritten. Als Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) der CDU/CSU-Bundestagsfraktion trägt Herr Fuchs sicher eine höhere Verantwortung als manch anderes Mitglied des Bundestages, doch findet er immer und gerne auch Zeit für Besuchergruppen aus dem Wahlkreis. Überhaupt faszinierte mich von Beginn an die hohe Geschwindigkeit des politischen Alltags. Fand morgens noch ein Treffen mit Vertretern aus der Wirtschaft statt, folgte im Anschluss eine Sondersitzung des Unterausschusses Wirtschaft und Technologie, in dem aktuelle Probleme auf der Tagesordnung stehen, danach tagte die Arbeitsgruppe Wirtschaft, es fand eine PKM-Vorbesprechung statt, dann schließlich eine Fraktionssitzung. Zwischendurch vielleicht noch ein Radiointerview, während andere Journalisten Herrn Fuchs für ein Gespräch zu erreichen versuchten. Terminüberschneidungen sind sowieso keine Seltenheit. Der Abend ist dann fast täglich durch Veranstaltungen einzelner Interessengruppen gekennzeichnet, auf denen sich Herr Fuchs sehen lassen muss, denn der ständige Kontakt und persönliche Beziehungen müssen gepflegt werden. Alle diese Termine werden vom Büro vorbereitet und organisiert. In diese Arbeit fühlte ich mich sehr gut eingebunden, über mangelnde Beschäftigung konnte ich mich nie beklagen. Zu meiner Arbeit gehörte beispielswiese nach Rücksprache auch die Beantwortung von Bürgeranfragen oder das Recherchieren von Themen oder Personen, mit denen sich Herr Fuchs zu beschäftigen hatte sowie das Erstellen von Vermerken. Da sich ein Abgeordneter durch unglaublich viel Text kämpfen muss, hilft es ihm sehr, im Vorfeld wichtige Punkte knapp zusammengefasst vorgelegt zu bekommen. Eine tägliche Arbeit stellt auch die Zu- bzw. Absage von Einladungen dar, von denen Herr Fuchs unzählige mehrmals am Tag erhält. Da ich Herrn Fuchs auf viele seiner Termine begleiten durfte und auch im Vorfeld an der Vorbereitung derselben mitwirken konnte, war es mir möglich, eine Vielzahl an interessanten Erfahrungen und Eindrücken zu gewinnen. Wirkt der politische Alltag von außen vielleicht manchmal etwas eintönig, empfand ich meine Zeit während des Praktikums als überaus spannend und viel zu kurz. Die Zeit im Büro selbst wurde begleitet durch das hervorragende Praktikantenprogramm der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Da mein Praktikum in die universitäre vorlesungsfreie Zeit fiel, gab es noch einige andere Praktikantinnen und Praktikanten in der Fraktion, mit denen sich auszutauschen und auch Freundschaften zu schließen eine echte Bereicherung darstellte. Als einige Höhepunkte des Programms möchte ich hier verschiedene Diskussionsrunden mit Experten der Fraktion, eine Führung durch den Reichstag sowie durch den Bundesrat, das Zusehen bei Plenarsitzungen und Besichtigungen des Abgeordnetenhauses in Berlin sowie des Bundeskanzleramts nennen. Besonders gut gefallen hat mir eine Informationsveranstaltung des Auswärtigen Amtes, in dessen Rahmen wir die Ausbildungsakademie besuchen konnten und dort umfassend über die Ausbildung und den Beruf des Diplomaten informiert wurden. Außerdem zu erwähnen sind die Diskussionsrunden mit politischen Größen wie dem Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder oder dem Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, welcher das Praktikantenbetreuungsprogramm übrigens ins Leben gerufen hat. Beide standen uns nicht nur unseren direkten Fragen Rede und Antwort, man gewinnt in solchen persönlichen Gesprächen einen ganz anderen – besseren – Eindruck von den Persönlichkeiten dieser Politiker, als sie uns von den Medien vermittelt werden. Abschließend bleibt mir daher zu sagen, dass das Praktikum im Berliner Büro von Herrn Dr. Fuchs eine wirkliche Bereicherung darstellte und ich mich hiermit noch einmal bei allen Beteiligten bedanken möchte. Wertvoll war die Zeit nicht nur für meine universitäre Ausbildung, ich konnte auch ganz persönlich neue Erfahrungen sammeln, die einen manche Dinge aus einer ganz anderen Sicht betrachten lassen. Wer also die Möglichkeit zu solch einem Praktikum hat, sollte diese unbedingt ergreifen.


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