


Praktikumsbericht von Julia Damerow
"Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein." (Philipp Rosenthal, Unternehmer) Mit diesen aufmunternden Worten verabschiedeten mich die Mitarbeiterinnen von Herrn Dr. Michael Fuchs MdB Sabine und Ulla aus dem Praktikum. Die sechs Wochen im Büro des Bundestagsabgeordneten bedeutete eine abwechslungsreiche, interessante und vor allem sehr prägende Zeit.
Meine Erwartungen an ein Praktikum im Bundestag waren insbesondere inhaltlicher Natur. Aufgrund des Studiums der Politikwissenschaft und des Öffentlichen Rechts an der Universität Rostock kannte ich mich mit der theoretischen Arbeitsweise unseres Parlamentes aus. Doch wie gestalten sich die Abläufe in der Praxis? Welche Aufgaben übernehmen die wissenschaftlichen Mitarbeiter und wie ist der Tag in einem Abgeordnetenbüro organisiert?
Diese Fragen konnte ich während der Sitzungswochen für mich klären. Ermöglicht wurde mir dies unter anderem durch die Teilnahme an den verschiedensten Veranstaltungen und notwendigen Vorarbeiten. Besonders zu erwähnen ist hierbei der Wirtschafts- und Technologieausschuss, in dem Dr. Michael Fuchs Mitglied ist.
In den vorbereitenden AG-Sitzungen der CDU/CSU-Fraktion und ordentlichen Ausschusssitzungen bekam ich gute Einblicke in die fachliche Tätigkeit der Bundestagsabgeordneten. Für mich war das eine hochinteressante Erfahrung, denn die detaillierte Auseinandersetzung mit den Themen ist beeindruckend. Die exakte Nachvollziehung der Argumentationen ist nur durch intensive Beschäftigung mit der Materie möglich und für den Laien in den seltensten Fällen nachvollziehbar. Diese Erkenntnis werde ich auch bei meiner eigenen Beurteilung über „die Politik“ im Hinterkopf behalten.
Neben den inhaltlichen Verhandlungen in den Ausschüssen stellen die Rednerbeiträge im Plenum einen weiteren wichtigen Bestandteil der Arbeit des Deutschen Bundestages dar. Ich konnte zwei Sitzungen beiwohnen und bekannte Politiker live in Aktion erleben. Einige sprühen gerade so vor Begeisterung für ihr Thema, andere hingegen sehen diese Möglichkeit, im Parlament zu sprechen, eher als eine Pflichtveranstaltung an.
Für mich als Praktikantin war es interessant zu beobachten, wie sich der Balanceakt um den Interessenausgleich in der Großen Koalition gestaltet. Wahrscheinlich ist es genau diese Gradwanderung, zwischen eigener Auffassung und den Ansichten bestimmter Gruppen, welche den Reiz der Politik ausmacht und den Bundestagsabgeordneten in seinen vielen Aufgaben und Verpflichtungen beflügelt.
Besonders gefiel mir, dass in uns Praktikanten von Sabine und Ulla gesetzte Vertrauen. So durften wir zahlreiche inhaltliche Themen ausarbeiten, die dann später als Grundlage für Sabines Arbeit dienten. Auf diesem Wege wurden wir direkt in den Büroablauf integriert und nicht zum obligatorischen Kaffeekochen degradiert. Das lernte ich allerdings trotzdem noch kennen und zwar an meinem letzten Tag im Büro, als ich zur Verabschiedungsrunde mit Kaffee und Kuchen lud. Somit klangen die sechs Wochen in einer angenehmen Atmosphäre aus.
In diesem Sinnen gilt mein Dank dem Büro Fuchs: für eure Tatkraft, Muße und vor allem die Gedankenaustausche der letzten Wochen.
Mit fröhlichen Grüßen von der schönen Ostseeküste! Julia
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