


Als ich an meinem ersten Tag das Paul-Löbe-Haus betrat, war es nicht zu leugnen, daß mich ein gewisses Gefühl von Ehrfurcht ergriffen hatte, schließlich wagte ich mich ins Herz unserer bundesrepublikanischen Demokratie. Das Bewußtsein den Ort zu betreten, an welchem die für unser Land maßgeblichen Entscheidungen gefällt werden und die Frage, was dort auf mich wohl in den kommenden Wochen zukommen würde, riefen in mir eine Mischung aus Nervosität und gespannter Erwartung hervor. Dank der Freundlichkeit jedoch, mit welcher ich im Büro von Herrn Dr. Fuchs aufgenommen wurde, war bald jegliche Nervosität verflogen.
Es war schnell zu merken, daß es sich bei Christine und Ulla, den beiden Mitarbeiterinnen von Herrn Dr. Fuchs, um ein hervorragend eingespieltes Team handelte, welches auch darin routiniert war, Praktikanten gut und schnell zu integrieren. Gleich vom ersten Tag an wurde man in die Arbeit des Büros eingebunden und fühlte sich nach kurzer Zeit schon irgendwie dazugehörig. Nicht zuletzt lag dies auch an meinen beiden Mitpraktikanten Alma und Sebastian, mit welchen zusammenzuarbeiten mir viel Spaß bereitet hat. Auch wenn wir als Praktikanten zu dritt waren, gab es für uns immer ausreichend Beschäftigung und so kam zu keiner Zeit auch nur annährend etwas wie Langeweile auf. Trotz der hervorragenden Integration, dauerte es allerdings eine Weile, bis ich mich einigermaßen daran gewöhnt hatte, alltäglich prominenten Persönlichkeiten zu begegnen, welche man bislang nur aus den Medien kannte. Richtig normal wurde es dann auch bis zum Ende des Praktikums für mich nie.
Ich hatte das Glück, im Laufe meines viereinhalbwöchigen Praktikums dreieinhalb Sitzungswochen mitzuerleben. Dieser Umstand eröffnete mir die Möglichkeit, bei solch spannenden Parlamentsdebatten, wie jener um den Tornado-Einsatz in Afghanistan oder jener um die Rente mit 67, zusehen zu können. Darüber hinaus begleitete ich Herrn Dr. Fuchs in die Sitzungen der Arbeitsgruppen und des Wirtschaftsausschusses, an deren bürointerner Vorbereitung man selbst mitwirken durfte. Bei dem Besuch einer Fraktionssitzung hatte ich dann auch die seltene Gelegenheit, der Bundeskanzlerin persönlich zu begegnen.
Neben der Tätigkeit im Büro konnten wir auch am hervorragend organisierten und abwechslungsreichen Praktikantenbetreuungsprogramm der Unionsfraktion teilnehmen. Im Rahmen dieses Programms fanden regelmäßig Diskussionsveranstaltungen mit prominenten Mitgliedern der Unionsfraktion, wie beispielsweise Laurenz Meyer, Wolfgang Schäuble oder Norbert Röttgen statt. Interessant waren auch die Führungen durch Kanzleramt, Reichstagsgebäude, Berliner Abgeordnetenhaus und die Besichtigungen des Stasi-Museums in der Normannenstraße sowie des Stasi-Gefängnisses in Hohenschönhausen, welches mich persönlich ganz besonders beeindruckt hat.
Abschließend kann ich sagen, daß ich eine spannende und informative Zeit in Berlin hatte, die letztlich viel zu schnell vorüber ging. Besonders als Student der Politischen Wissenschaft war es für mich äußerst interessant einmal zu sehen, wie das mir in der Universität theoretisch vermittelte Wissen in der Praxis Anwendung findet. Mir wurde die Gelegenheit zuteil, eine Menge an Eindrücken und Erfahrungen zu sammeln, welche wohl nur im politischen Berlin zu finden sind. Es war sehr schön einmal mitten drin sein zu dürfen und daher möchte ich mich bei Dr. Fuchs und seinem Team herzlich dafür bedanken, daß mir diese wunderbare Erfahrung ermöglicht wurde.
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