


Nadja Seckler: Am 30. August stand ich also vor der Tür des Abgeordnetenbüros Fuchs, natürlich pünktlich, denn Christine besteht nicht auf zu frühes da sein. Wie würden sich die nächsten Wochen wohl entwickeln? Darf man hier auch mehr als Kaffeekochen? All das ging mir durch den Kopf, als ich die Türklinke runterdrückte. Doch schon im ersten Moment, als mich Ulla und Christine, die beiden Mitarbeiterinnen von Dr. Fuchs, herzlich begrüßten, waren meine angestauten Sorgen verflogen.
Marie-Thérèse Fuchs: Bis Ende August 2006 war deutsche Politik für mich etwas Abschreckendes, was ich mit einiger Distanz durch die Medien verfolgt habe. Mit dem Deutschen Bundestag habe ich bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mein Praktikum bei dem Abgeordneten Herrn Dr. Michael Fuchs begonnen hat, vor allen andere Dinge verbunden, nämlich z.B....
Nadja Seckler:
Während meines Praktikums durfte ich drei Sitzungswochen miterleben, wobei eine sich ausschließlich mit dem Thema Haushalt beschäftigte. Meine nette Mitpraktikantin Marie-Therese und ich durften, so oft Zeit war, ins Plenum und uns die Reden unserer Volksvertreter ansehen. Es macht schon einen anderen Eindruck auf einen als bei Phoenix, wenn Frau Merkel nur einige Meter entfernt mit Herrn Kauder plaudert und Herr Müntefering wegen eines gebrochenen Beines seine Rede vom Platz aus hält.
Bei meinem Praktikum ist mir noch mal besonders aufgefallen, wie stressig der Tag eines Abgeordneten ist. Nicht selten wird es 23 Uhr, bis Sie sich nach einem 15- oder mehr- Stunden-Tag ins Privatleben zurückziehen können. Selten ist mehr als eine halbe Stunde Zeit zwischen den Terminen mit Journalisten oder anderen Gesprächspartnern. Man sollte also als Praktikant nicht mit der Erwartung nach Berlin kommen, dass der Abgeordnete immer Zeit für einen hat. Aber durch die lieben Mitarbeiterinnen, die sich immer bemüht haben, uns in den täglichen Wahnsinn eines Volksvertreters einzubeziehen, fiel dies gar nicht so auf.
Da Dr. Fuchs ordentliches Mitglied im Wirtschaftsauschuss ist, durfte ich an den Arbeitsgruppen- und Ausschusssitzungen teilnehmen. Besonders interessant war die Sitzung, an der Bundeswirtschaftsminister Glos teilnahm. Doch auch sonst war es spannend zu verfolgen, wie in diesem Gremium Ideen diskutiert und Entscheidungen getroffen werden.
Während meines Praktikums gab es auch ein Fraktionspraktikantenprogramm, an dem auch wir Abgeordnetenpraktikanten teilnehmen durften. So war es mir möglich, zum Beispiel die Britische Botschaft, die Stasi-Gedenkstätte Normannenstraße und das ZDF-Hauptstadtstudio zu besichtigen. Zudem wurde der Besuch einer Fraktionssitzung und verschiedener Gespräche mit anderen Abgeordneten, wie Norbert Röttgen, angeboten. So wurde uns Praktikanten ein Einblick in die Fraktion und die Arbeit der anderen Abgeordneten gewährt.
Zum Schluss möchte ich mich noch bei Dr. Fuchs für die Möglichkeit bedanken, neue Eindrücke und Erfahrungen im Bundestag zu sammeln, die mir für mein weiteres Studium sicher nützlich sein werden. Mein großer Dank gilt aber natürlich auch Christine und Ulla, die immer ein offenes Ohr für Fragen hatten und mir die Hintergründe und Arbeitsschritte erklärt haben.
Das Praktikum war für mich nicht nur wegen meines Studiums interessant, sondern auch wegen der Perspektiven danach. Als Politikstudent kommt man doch manchmal ins Grübeln, wo der Weg nach dem Studium hinführen soll. Um das auszuloten, ist ein Praktikum bei einem Abgeordneten auf jeden Fall sinnvoll.
Marie-Thérèse Fuchs:
...nämlich z.B. die Profilierung der Parteimitglieder oder der Parteien selbst sowie eine daraus hervorgehende Ineffektivität. Nach einem Monat in einem Abgeordneten Büro bin ich dankbar, sagen zu können, daß ich meine Stellung gegenüber der Deutschen Politik ändern konnte.
Die vier Wochen haben sich besonders durch Abwechslungsreichtum ausgezeichnet. So hatten meine Mit-Praktikantin Nadja Seckler und ich die Möglichkeit, die Arbeit unseres Arbeitgebers intensiv zu verfollgen. Zum einen waren wir in die tägliche umfangreiche Büroarbeit involviert, in die uns die Mitarbeiterinnen von Herrn Dr. Fuchs, Christine Stüben und Ulla Steger, mit viel Geduld eingeführt haben. Die Tage im Büro sind durch unzählige Telefonanrufe von anderen MdBs, Journalisten und Mitgliedern von Wirtschaftsverbänden, sowie die Bearbeitung von Briefen, in denen Anliegen aus dem Wahlkreis vorgetragen worden sind, aber auch Recherchen für den monatlichen Brief aus Berlin oder Reden für Herrn Dr. Fuchs, wie verflogen. Zum anderen hatten wir die Möglichkeit, Politik �life� zu erleben. So konnten wir an einer Fraktionssitzung und an der CDU/CSU-internen Arbeitsgruppe für Wirtschaft und Technologie teilnehmen. Aber auch Interviews und die Anspannung, die mit diesen einhergeht, haben wir beobachten können. Oft haben wir Debatten im Plenum beigewohnt und so auch eine Rede von Herrn Dr. Fuchs während der Haushaltsdebatte verfolgt. Des weiteren haben wir Gesprächen des Beamtenbundes, Sitzungen des PKM und Treffen mir Wirtschaftsinstituten miterlebt.
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