


Praktikums schon aufregend genug ist. Eine derart traditionsreiche und zugleich pulsierende Stadt als Rahmenbedingung dieser Zeit konnte nur spannende und erlebnisreiche sechs Wochen suggerieren. Auch den Zeitpunkt meines Praktikums wählte ich ganz bewusst. Da ich möglichst viel vom aktuellen politischen Tagesgeschehen mitbekommen wollte, entschied ich mich für die letzten anderthalb Monate vor der Sommer“pause“ des Parlaments. Denn dass für Herrn Dr. Fuchs und sein Team das Wort „Pause“ nur theoretischer Natur ist, lernte ich in dieser Zeit kennen und schätzen. So versprachen mir Sabine Stoye und Ulla Steger arbeitsreiche, aber auch hochinteressante und erlebnisreiche Wochen in Berlin.
Und sie versprachen nicht zu viel! Als ich an meinem ersten Arbeitstag im Paul-Löbe-Haus von Frau Stoye und Frau Steger begrüßt wurde, war ich zunächst fast in Ehrfurcht erstarrt ob der großartigen Architektur der Regierungsgebäude. Doch dieses Gefühl der Fremdheit nahmen mir die Beiden sehr schnell. Sie nahmen mich mit Begeisterung auf und erklärten mir sämtliche Arbeitsabläufe, die Tages- und Wochenplanung von Herrn Dr. Fuchs, wann welche festen Termine in einer Sitzungswoche, wie z.B. die Fraktionssitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion oder der Ausschuss für Wirtschaft und Technologie, ein parteiüber-greifendes Gremium, stattfinden und wie diese Sitzungen vorzubereiten sind. Nach einer ersten Einarbeitungswoche folgten gleich zwei Sitzungswochen. Jede Sitzungswoche beginnt üblicherweise mit einer Bürobesprechung, in der Dr. Fuchs mit seinem Team den Wochenplan gemeinsam bespricht und Dr. Fuchs entscheidet, welche Termine er wahrnehmen wird und welche nicht. Bei über 50 (!) Terminen und noch mehr Anfragen pro Woche ist dies leichter gesagt als getan, zumal ein Teil der Termine und Veranstaltungen auch während einer Sitzungswoche in seinem Wahlkreis stattfinden. Um dies alles unter einen Hut zu bringen, sind sehr gute Koordination und logistische Meisterleistungen vom ganzen Team gefragt. Jeder Einzelne gibt dabei sein Bestes, um Herrn Dr. Fuchs dabei tatkräftig zu unterstützen, sodass er seinen vollen Terminkalender auch in anstrengenden Sitzungswochen problemlos bewältigen kann.
Meine Aufgabe war es unter anderem, bei dieser aufwändigen Terminplanung mitzuhelfen und Einladungen zu beantworten und die Termine zu notieren. Eine weitere Aufgabe von mir bestand darin, bei der Vorbereitung der Ausschuss- und Arbeitsgruppensitzungen mitzuhelfen. Für jede dieser Sitzungen bekommt Dr. Fuchs eine Mappe mit allen Gesetzentwürfen und Anträgen, die diskutiert werden. Großartig war, dass ich an diesen Sitzungen von Ausschuss und AG teilnehmen durfte. Es ist sehr interessant, anhand der Chronologie dieser Sitzungen zu sehen, wie Politik in der Praxis, jenseits irgendwelcher Lehrbücher, tatsächlich funktioniert und wie ein Gesetz auf den Weg kommt.
Ein weiteres Highlight meines Praktikums war sicherlich die Teilnahme an einer Fraktionssitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dass bei einer Fraktionsstärke von 223 Abgeordneten die Diskussion über die einzelnen Themen nicht einfach ist, liegt auf der Hand, und so kann ich mir gerade nach einer solchen parteiinternen Sitzung sehr gut vorstellen, wie schwierig es ist, eine Position vor dem Koalitionspartner zu vertreten, insbesondere, wenn man traditionell zu diesem Punkt eine gegensätzliche Auffassung vertritt. Politik ist ein enorm komplizierter Prozess, bei dem man besonders inhaltlich überzeugen muss.
Somit ist das Vorurteil, Politiker würden nur reden, ohne wirklich zu wissen, was sie sagen – ein ohnehin sehr zweifelhaftes Vorurteil – sehr schnell widerlegt. Ein guter Politiker muss stets über alles informiert sein, was in Wirtschaft und Gesellschaft passiert. Daher ist die tägliche Zeitungslektüre, aber auch das eigenständige Vertiefen in bestimmte Themen für Herrn Dr. Fuchs absolute Pflicht. Da dies jedoch während der „normalen“ Arbeitszeit kaum zu schaffen ist, sitzt Herr Dr. Fuchs gerade während der Sitzungswochen schon morgens sehr früh an seinem Schreibtisch. Darum ist bei einem Vollblutpolitiker wie Dr. Fuchs die berühmte Grenze der 40-Stunden-Woche schon am Mittwochnachmittag erreicht.
Während der gesamten Praktikumszeit hatte ich die Möglichkeit, Herrn Dr. Fuchs bei interessanten Veranstaltungen von Verbänden und Unternehmen begleiten zu dürfen, bei denen ich sehr viel lernen konnte, was für mich gerade mit Blick auf mein Studium sehr hilfreich war. Insgesamt haben die sechs Wochen Praktikum im Abgeordnetenbüro von Herrn Dr. Fuchs meinen politischen, wirtschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen Horizont enorm erweitert. Die Zeit in Berlin war sehr schön, vor allem jedoch erfahrungsreich für mich und haben mir sehr dabei geholfen, die große Bühne der Berliner Politik viel besser zu verstehen als vorher. Dafür möchte ich mich bei Herrn Dr. Fuchs sowie seinen beiden Mitarbeiterinnen Sabine Stoye und Ulla Steger ganz herzlich bedanken. Ein solches Praktikum kann ich jedem, der sich für Politik interessiert, nur empfehlen.
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