


Der Empfang, den mir die Mitarbeiterinnen von Herrn Dr. Fuchs zu Beginn meines achtwöchigen Praktikums bereiteten, war überaus freundlich. Das mir sofort angebotene "Du" trug viel dazu bei, dass sich meine Nervosität und meine Bedenken, den Anforderungen des Praktikums vielleicht nicht genügen zu können, legte.
Ulla Steger und Christine Stüben waren sehr darum bemüht, mich in die Funktionsweisen des Bundestags und die Abläufe des Büroalltags einzuweisen. Wie ich fürchte, mussten sie sich in den acht Wochen allzu oft wiederholen, waren mir doch viele der alltäglichen Vorgänge zunächst fremd. Das Bedienen der Telefonanlage stellte mich gar vor vermeintlich unüberwindliche Hindernisse. Die Funktionsweise der Kaffeemaschine wurde mir erst auf mein Anfragen erklärt und tatsächlich sollte ich diese in der Zeit meines Praktikums kaum bedienen.
Der Einblick in die parlamentarischen Vorgänge und deren Begleitung und Organisation durch die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abgeordnetenbüros, der sich mir in den Wochen meines Aufenthalts bot, war in vielen Bereichen tiefer, als ich mir das erhofft hatte. Auf den ersten Blick schien sich die Arbeit im Bundestag nach zwei Kriterien zu bemessen: Sitzungswochen und sitzungsfreie Wochen. Der Ablauf der Sitzungswochen war mir schon in kürzester Zeit selbstverständlich geläufig: Montag: Landesgruppentreffen der einer Fraktion angehörenden Abgeordneten eines Bundeslandes; Dienstag: Arbeitsgruppentreffen und Fraktionssitzungen; Mittwoch: Ausschusssitzungen und Plenumsitzungen des Parlamentes; Donnerstag und Freitag: Plenumsitzungen. In diesen Wochen war schon das äußere Bild von schierer Hektik geprägt. Termin reihte sich an Termin, Änderungen mussten berücksichtigt werden, wichtige Telefonate oder kurze Interviews in den bereits übervollen Terminplan eingefügt werden. Der Eindruck entstand, dass im Alltag eines Abgeordneten, keine Viertelstunde existiere, die nicht minutiös verplant sei. So musste ich nicht selten, wenn ich einmal einen Termin vereinbaren sollte, mehrere Wochen überspringen, bis ich eine freie Stelle im Fuchs`schen Terminkalender entdecken konnte.
Ein solch enges Zeitraster erforderte stets ein Übermaß an Organisationsfähigkeit und Konzentration von Seiten der Mitarbeiterinnen: Wagen mussten bestellt werden, Flüge gebucht, Terminänderungen berücksichtigt und kurzfristig der Tagesplan wieder umstrukturiert werden. Dieser Organisationsleistung zolle ich jeden Respekt und dies um so mehr, als sie trotz des erheblichen Aufwandes, der mit ihr verbunden ist, doch stets gleichsam unsichtbar bleibt und ihren Ausdruck allein in einem reibungsfreien Ablauf des Alltages findet. Fast erleichtert war ich, wenn nun doch einmal eine Kleinigkeit übersehen worden war, zeigte sich doch einzig bei diesen seltenen Gelegenheiten, welcher Aufwand hinter vermeintlichen Selbstverständlichkeiten steckte, welches Maß an Kooperation und Absprache stets gefordert war und welch hoher Stellenwert der Strukturierung des Alltages für die Tätigkeit eines Abgeordneten zukam.
Vor allem die Fähigkeit zu Flexibilität schien mir von zentraler Bedeutung sowohl für den Abgeordneten wie für seine Mitarbeiterinnen zu sein. Ob eine Rede im Plenum gehalten werden sollte, oder nicht, entschied sich gelegentlich in einer nach meinem Empfinden überaus kurzfristigen Zeitspanne. Bei Interviews fehlte oft jegliche Zeit der Vorbereitung.
Die Sitzungswochen, derer ich vier erlebte, empfand ich als überaus spannend, war es mir doch möglich, Herrn Dr. Fuchs zu einer Vielzahl von Terminen zu begleiten. So nahm ich unter anderem an den Sitzungen der Arbeitsgruppe Wirtschaft, des Wirtschaftsausschusses, des Unterausschusses für Globalisierung und Außenwirtschaft, verschiedenen Anhörungen sowie einer Fraktionssitzung teil. Daneben war es mir oft möglich, von der Besuchertribüne aus den Plenarsitzungen beizuwohnen. Ich betrachte diese Erfahrungen als großen Gewinn, konnte ich doch so geläufige, aber doch stets abstrakt gebliebene Zentralbegriffe der politischen Landschaft in Deutschland mit Anschauung verbinden und auf diesem Wege ein vertieftes Verständnis für politische Funktionsweisen entwickeln. Nicht zu verschweigen ist auch, dass es natürlich von besonderem Reiz war, die politische Prominenz einmal aus der Nähe zu betrachten.
Der Zeitpunkt meines Praktikums erwies sich als überaus günstig. Die Sommerpause stand unmittelbar bevor, so dass sich der Druck auf die Abgeordneten erhöhte, noch vor Ende der Sitzungszeit einige Themen von zentraler Bedeutung zu klären. Beherrscht wurden die Sitzungen vor allem von den Diskussionen über das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz AGG. Hier war es besonders interessant, die Erörterungen in fraktionsinternen ebenso wie in fraktionsübergreifenden Gremien zu verfolgen.
Die sitzungsfreien Wochen waren äußerlich weniger hektisch, der permanente Termindruck ließ zumindest im Berliner Büro etwas nach. Nun hieß es, vornehmlich die Arbeit zu erledigen, die in den Sitzungswochen trotz Überstunden der Mitarbeiterinnen allzu oft liegen bleiben musste. Meine Aufgaben waren vielfältig und zum großen Teil wirklich anregend. Die Vorbereitungen der Sitzungen des Wirtschaftsausschusses und die Gestaltung des �Briefs aus Berlin� gehörten ebenso dazu wie das Absagen von zahlreichen Einladungen, die Herrn Dr. Fuchs täglich erreichten. Interessant waren für mich vor allem die Recherchen mit dem Ziel, einen übersichtlichen Informationscorpus für einzelne Reden oder Diskussionsveranstaltungen zu erstellen, mittels dessen sich Herr Dr. Fuchs einen schnellen Überblick verschaffen konnte, sowie die Beantwortung von Briefen aus dem Wahlkreis. Der Reiz dieser Tätigkeit lag darin, dass sich Wähler oft mit den unterschiedlichsten Belangen an das Büro in Berlin wandten, so dass es vornehmlich Aufgabe sein musste, sich zunächst in ein völlig unbekanntes Thema einzuarbeiten und sich mit diesem auseinanderzusetzen. Da sich dies, zumal wenn es sich um abgelegene Bereiche handelte, nicht immer als leicht erwies, war oft ein gewisses Maß an Improvisation gefragt. Insgesamt ging mein Praktikum im Büro von Herrn Dr. Fuchs weit über meine Erwartungen hinaus, so etwa in der Möglichkeit, Herrn Dr. Fuchs zu einem großen Teil seiner Sitzungen zu begleiten , was mir einen profunden Einblick in den Alltag eines Abgeordneten und die Funktionsweisen der deutschen Demokratie gewährte. Dass ich daneben auch an bestimmten Abendterminen, so etwa einem Fernsehauftritt von Herrn Dr. Fuchs bei Friedmann oder dem CDU-Sommerfest, teilnehmen durfte, rundete das Bild, das sich mir vom Deutschen Bundestag und dem Alltag der einzelnen Abgeordneten bot, auf überaus angenehme Art ab.
Das Statistische Bundesamt hat am Dienstag neue Quartalszahlen zum wirtschaftlichen Wachstum in Deutschland vorgelegt. Dazu sowie zum Antrittsbesuch des neuen französischen Staatspräsidenten François Hollande in Deutschland erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs: […] Mehr...
Michael Fuchs im Gespräch mit Tobias Armbrüster
Seine Partei habe in NRW "viel falsch gemacht", sagt der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs. Es sei "insgesamt nicht gelungen, unsere Kompetenz darzustellen". Daran müsse auch im Bund gearbeitet werden. Die Erfolge etwa im Bereich der Wirtschaft müssten klarer kommuniziert werden. […] Mehr...
Über Norbert Röttgens Scheitern ist in der Branche niemand traurig. Industriechef Keitel rät der CDU sich mit ihren Stammwählern zu versöhnen. Die FDP erhält derweil Lob. […] Mehr...