Unser Fuchs für Deutschland! Dr. Michael Fuchs
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03. Juli 2009

Johannes Bernhard, Meine Woche mit Mittelstand, Majestäten und Merkel

Was verband ich bis Ende März mit dem Bundestag? Sicherlich die stundenlange Warteschlange vor dem Reichstag, bevor man von dem Aufzug auf die Kuppel gebracht wird, aber auch die leeren Reihen während einer Plenardebatte, über die so manche Kamera geschwenkt hat, verbunden mit der Frage, ob unsere Damen und Herren Volksvertreter überhaupt irgendwann mal arbeiten.

Dann die Woche meines (Schnupper-) Praktikums im Berliner Abgeordnetenbüro von Dr. Fuchs: Von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Christine Stüben und Ulla Steger im Büro überaus freundlich empfangen, wurde ich mit dem Computer des Büros und den Einrichtungen und Abläufen im Regierungsviertel vertraut gemacht. Darauf wurde der Terminplan für die anstehende Woche besprochen.

Jedem Klischee zum Trotz, gingen meine Aufgaben und Tätigkeiten weit über Kaffee Kochen und Kopieren hinaus.

So fasste ich die Anträge anderer Fraktionen zur Beratung im Wirtschaftsausschuss zusammen, begrüßte die Journalisten, mit denen sich Dr. Fuchs zum Gespräch verabredet hatte und begleitete ihn zu diversen Sitzungen.

Sein Arbeitstag, der in Sitzungswochen des Bundestags nicht selten von 7:30 bis 22:30 (also 15 Stunden!) andauert, ist mit Sitzungen der Fraktion, der Ausschüsse, diverser Arbeitsgruppen und -foren, mit Presseinterviews etc. voll gepackt. Politiker sitzen also nur einen Bruchteil ihres Arbeitstages im Plenum, was für die Öffentlichkeit allerdings nicht sichtbar und ihr deshalb meist nicht bewusst ist.

Da sich Dr. Fuchs besonders für den Bürokratieabbau einsetzt, war für ihn das bestimmende Thema der Woche die Einrichtung eines Rates, der jedes verabschiedete Gesetz auf (möglicherweise überflüssige) Bürokratie prüfen soll. Über die Frage ob dieser Rat zuerst aus der Mitte der Koalitionsfraktionen (also per Gesetz) oder doch durch einen Erlass der Kanzlerin eingesetzt werden sollte, herrschte zwischen Parlament und Regierung allerdings noch keine Einigkeit.

Neben den Tätigkeiten im Büro hatte ich auch noch die Gelegenheit, einige Plenardebatten zu besuchen. Hierbei fiel mir auf, dass meistens mehr Zuschauer auf den Besuchertribünen saßen als Abgeordnete im Plenum. Das ist aber meiner Meinung nach bei der beschriebenen Fülle an Terminen und der Belastung der Abgeordneten nicht verwunderlich, und so ist verständlich, dass Dr. Fuchs als ein Politiker, der sich auf Fragen der Wirtschaft und der Mittelstandspolitik spezialisiert hat, nicht viel zu einer Debatte beitragen möchte, in der die Frage der Umbenennung der "Deutschen Bibliothek" in "Deutsche Nationalbibliothek" auf der Tagesordnung steht.

Für die Woche meines Praktikums hatte Dr. Fuchs rund 40 Wein-Majestäten (Weinköniginnen, -prinzessinnen, -hexen, -nixen usw.) aus seinem Wahlkreis eingeladen, die vier Tage auf Kosten des Bundespresseamtes in Berlin verbrachten.

Und so nutzte ich die Gelegenheit, mit ihnen zusammen sowohl das Kanzleramt von innen zu sehen und von Frau Merkel persönlich begrüßt zu werden als auch während einer Schifffahrt die Berliner Innenstadt und das Regierungsviertel von der Spree aus zu entdecken.

Der Höhepunkt des gemeinsamen Programms mit den "Majestäten" war eine Weinprobe in der Parlamentarischen Gesellschaft (PG), bei der jede Weinkönigin ihren eigenen Spitzenwein präsentierte, über den nicht nur von ihren Kolleginnen sondern auch von anderen Gästen (Parlamentariern) per Stimmzettel - damit kennen Politiker sich ja bestens aus - abgestimmt wurde. Der Siegerwein aus Kaub wird jetzt in der Parlamentarischen Gesellschaft eingeführt.

Zur allgemeinen Atmosphäre kann ich sagen, dass trotz des sehr harten Arbeits-Alltags ein vertrautes Klima innerhalb des Büros herrscht, dass man auch die Kollegen in den benachbarten Büros kennt und deshalb gemeinsame Arbeiten zur gegenseitigen Entlastung aufteilen kann.

Des Weiteren fiel mir auf, dass man die starke Unterscheidung zwischen den bekannten Persönlichkeiten (also Politikern oder Medienvertretern) und den weniger bekannten Mitarbeitern in den Gebäuden des Regierungsviertels nicht aufrecht zu erhalten versucht, sodass zum Beispiel nach dem Essen im Kasino des Reichstagsgebäudes auch durchaus bekannte Journalisten vom angrenzenden ARD-Hauptstadtstudio ihre Tabletts selber wegräumten.

Zum Schluss bleibt mir noch Dank zu sagen zunächst an Dr. Fuchs, der mir durch das Praktikum in seinem Büro eine spannende Woche voller neuer Eindrücke und Erfahrungen im Regierungsviertel ermöglicht hat, aber besonders auch an Christine und Ulla, die mir die Abläufe und Hintergründe in den verschiedenen Sitzungen erklärten und jede Frage geduldig beantworteten.

Was verbinde ich jetzt, Anfang April, mit dem Bundestag? Aufgrund meines Praktikums habe ich jetzt einen gewissen Einblick in das politische Leben im Regierungsviertel erhalten: So weiß ich jetzt, dass die Mehrzahl der Politiker hart und lang arbeitet und sich für ihre Ziele regelrecht aufopfert.

Übrigens kann man die Schlange vor dem Reichstagsgebäude (zumindest befristet) mit einem Hausausweis des Bundestages sehr elegant umgehen.


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